Kann Diabetes eine erektile Dysfunktion verursachen? Den Zusammenhang verstehen

Die erektile Dysfunktion ist weltweit eine der häufigsten Folgen von Diabetes. Viele Männer bemerken Erektionsstörungen bereits Jahre, bevor bei ihnen Diabetes diagnostiziert wird. Dieser Ratgeber erläutert, wie sich ein hoher Blutzuckerspiegel auf die Erektionsfähigkeit auswirkt und was man tun kann, um diese zu verbessern. Zudem erfahren Sie, welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um Ihr Sexualleben – und Ihre Gesundheit – zu schützen.
Der Zusammenhang zwischen Diabetes und erektiler Dysfunktion (ED)
Studien zeigen, dass etwa 50 % der Männer mit Diabetes unter Erektionsstörungen leiden. Bei Männern mit Diabetes tritt eine erektile Dysfunktion zudem häufig zehn bis fünfzehn Jahre früher auf als bei anderen. Für eine Erektion sind gesunde Blutgefäße, intakte Nerven, ein ausgewogener Hormonspiegel sowie ein entspannter Geisteszustand erforderlich. Sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes erhöhen das Risiko erheblich, wobei Männer mit Typ-2-Diabetes besonders häufig von diesem Problem betroffen sind. Gelegentliche Schwierigkeiten müssen nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hindeuten. Sollten die Probleme jedoch über einen Zeitraum von drei Monaten wiederholt auftreten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Viele Männer suchen online nach Informationen, wenn sie Viagra kaufen möchten.
Wie ein hoher Blutzuckerspiegel die Erektionsfähigkeit beeinträchtigt
Schädigung der Blutgefäße
Ein über Jahre hinweg erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Innenwand kleiner Blutgefäße. Infolgedessen können sich die Blutgefäße im Penis nicht mehr ausreichend weiten, um den notwendigen Blutfluss zuzulassen. Bei gesunden Gefäßen wird Stickstoffmonoxid produziert, das die Muskulatur im Inneren des Penis entspannt. Bei Diabetes ist die Verfügbarkeit dieser Substanz verringert, was zu einer schwächeren oder weniger ausgeprägten Erektion führt. Zudem beschleunigt ein hoher Blutzuckerspiegel die Bildung von Ablagerungen (Plaque) in größeren Arterien.
Nervenschäden
Solche Schädigungen können die Kommunikation zwischen Gehirn und Penis stören. Dies kann dazu führen, dass das Berührungsempfinden sowie die sexuelle Erregung abnehmen. Ebenso können Nervenschäden die Funktion des Penis im Hinblick auf die Ejakulation oder das Wasserlassen beeinträchtigen.
Hormonelle Veränderungen und Gewicht
Männer mit Typ-2-Diabetes weisen häufig einen niedrigen Testosteronspiegel auf. Zudem kann überschüssiges Bauchfett den Testosteronspiegel senken und gleichzeitig die allgemeine Entzündungsneigung im Körper erhöhen. Niedrige Werte bedeuten ein geringes sexuelles Interesse sowie eine schwache Erektionsreaktion. Ihr Testosteronspiegel lässt sich durch eine einfache Blutuntersuchung am Morgen bestimmen.
Psychische Gesundheit und Diabetes
Eine chronische Erkrankung geht häufig mit mehr Stress, Sorgen und gedrückter Stimmung einher. Männer mit Diabetes sind anfälliger für Depressionen als andere Männer. Stresshormone verengen die Blutgefäße und können innerhalb kürzester Zeit die Libido mindern. Zudem kann die Angst vor sexuellem Versagen einen negativen Teufelskreis in Gang setzen. Glücklicherweise können eine psychologische Beratung und die Etablierung gesunder Lebensgewohnheiten dabei helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Warnsignale – Worauf Sie achten sollten
Das Hauptsymptom besteht darin, dass es Ihnen schwerfällt, bei Bedarf eine Erektion zu bekommen. Manche Männer können zwar eine Erektion aufbauen, diese aber nicht aufrechterhalten. Bei anderen nimmt das sexuelle Verlangen über Monate hinweg stetig ab. Achten Sie zudem auf Symptome wie häufigen Harndrang, eine verzögerte Wundheilung, Sehstörungen oder übermäßigen Durst. Diese Anzeichen könnten auf einen bisher nicht diagnostizierten Diabetes hindeuten.
Erektile Dysfunktion als Frühwarnzeichen
Bei vielen Männern wird Diabetes erst entdeckt, wenn sie ihren Arzt auf sexuelle Probleme ansprechen. Aus diesem Grund betrachten Mediziner das neuartige Auftreten einer erektilen Dysfunktion (ED) oft als Anlass, den Blutzuckerspiegel zu überprüfen. Langfristig können dieselben Gefäßschäden auch das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Tatsächlich leiden viele Betroffene bereits lange vor einem Herzinfarkt unter einer erektilen Dysfunktion. Daher sollte bei Männern, bei denen eine ED neu auftritt, eine umfassende kardiologische Untersuchung erfolgen.
Wie Ärzte die Diagnose stellen
Ihr Arzt wird zunächst Fragen zu Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und Ihrer sexuellen Vorgeschichte stellen. Zudem werden Themen wie eingenommene Medikamente, Stressbelastung sowie der Konsum von Nikotin und Alkohol besprochen. Eine körperliche Untersuchung umfasst in der Regel die Kontrolle von Blutdruck, Herzfrequenz und Genitalbereich. Mittels Blutuntersuchungen lassen sich der HbA1c-Wert (Langzeitblutzucker), Cholesterinwerte, die Nierenfunktion sowie der Testosteronspiegel bestimmen.
Hilfreiche Lebensstiländerungen
Körperliche Aktivität und Gewichtskontrolle
Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung, verbessert die Stimmung, hilft bei der Gewichtskontrolle und steigert die Insulinsensitivität. Versuchen Sie, pro Woche 150 Minuten lang moderat körperlich aktiv zu sein. Ergänzend dazu kann zweimal wöchentliches Krafttraining dabei helfen, einen gesunden Testosteronspiegel aufrechtzuerhalten. Bereits eine Gewichtsabnahme von 5–10 % kann einen spürbaren Unterschied bewirken.
Ernährung und Schlaf
Eine mediterrane Ernährungsweise – mit viel Gemüse, Fisch, Nüssen und Olivenöl – fördert die Gesundheit der Arterien. Reduzieren Sie den Konsum von zuckerhaltigen Getränken, verarbeiteten Fleischprodukten sowie frittierten Speisen, da diese den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben. Ausreichend Schlaf – idealerweise 7 bis 8 Stunden – trägt dazu bei, den Hormonhaushalt und den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Auch die Behandlung einer Schlafapnoe kann zu mehr Energie und einer besseren Erektionsfähigkeit führen.
Rauchen und Alkohol
Rauchen führt zu Gefäßerkrankungen und bewirkt eine drastische Verringerung der Durchblutung des Penis. Oft kann sich die Erektionsfähigkeit bereits wenige Monate nach dem Rauchstopp verbessern. Übermäßiger Alkoholkonsum verlangsamt mit der Zeit die Signalübertragung an die Nerven und senkt den Testosteronspiegel. Gehen Sie daher maßvoll mit alkoholischen Getränken um und verzichten Sie vollständig auf den Konsum von Freizeitdrogen.
Medizinische Behandlungen bei diabetesbedingter erektiler Dysfunktion (ED)
Medikamente zur oralen Einnahme
Ärzte verschreiben bei erektiler Dysfunktion in der Regel zunächst einen sogenannten PDE5-Hemmer – etwa Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil oder Avanafil. Diese Medikamente erweitern die Blutgefäße und fördern die Durchblutung des Penis. Damit sie wirken können, ist jedoch eine sexuelle Stimulation erforderlich. Bei Männern mit Diabetes kann eine Dosisanpassung durch den Arzt notwendig sein, da das Ansprechen auf das Medikament möglicherweise schwächer ausfällt als bei Männern ohne Diabetes.
Weitere Behandlungsoptionen
Alprostadil kann als Injektion oder in Form eines kleinen Stückchens (Urethra Stift) verabreicht werden, das in die Harnröhre eingeführt wird. Diese Methoden können eine Alternative sein, wenn Tabletten nicht wirken oder zu Nebenwirkungen führen. Eine Vakuumpumpen-Erektionshilfe ist ein schonendes Hilfsmittel, das durch Unterdruck Blut in den Penis zieht. Bei Männern mit einem nachweislich niedrigen Testosteronspiegel kann eine Testosterontherapie hilfreich sein; bei Männern mit normalen Hormonwerten bringt sie hingegen keinen Nutzen.
Beratung und Therapie
Männer, die unter Angstzuständen, Depressionen oder Versagensängsten leiden, können von einer kognitiven Verhaltenstherapie profitieren. Auch eine Paarberatung kann hilfreich sein, um die Kommunikation zwischen den Partnern zu verbessern und den gegenseitigen Druck zu verringern. Langfristig ist häufig eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und therapeutischer Unterstützung am wirksamsten.
Abschließende Gedanken
Diabetes kann aufgrund von Beeinträchtigungen der Blutgefäße, Nerven, Hormone oder des psychischen Wohlbefindens zu einer erektilen Dysfunktion führen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gute Kontrolle des Blutzuckerspiegels der wichtigste Schritt zur Besserung ist. Durch eine Anpassung des Lebensstils, den Einsatz von Medikamenten sowie eine fachliche Beratung lassen sich Selbstvertrauen und Intimität wiederherstellen.